Stadtgesellschaft

Kultur, Bürgerbeteiligung und Sport machen GL quirlig und wandlungsfähig

Unsere Stadtgesellschaft lebt von Kultur, sportlichen Aktivitäten, Stadtfesten, Orten der Begegnung, der Erholung, aber auch im besonderen Maße durch persönliche Teilhabe und Interesse an den Geschehnissen in dieser Stadt. 

Der ureigenste Auftrag von Kultureinrichtungen, Sportvereinen und Jugendzentren liegt darin, Sinn zu stiften! Mit ihren Angeboten schaffen sie, dank umfänglichen ehrenamtlichen Engagements, Plattformen für Austausch und Auseinandersetzung – für Kinder und Jugendliche genauso wie für Erwachsene. Sie sind somit wesentlich für die Entwicklung unserer Stadtgesellschaft und bilden Herzstücke unserer Demokratie. 

Kultur in Bergisch Gladbach

Kunst und Kultur brauchen die Autonomie des künstlerischen Schaffens. Das Archiv, Büchereien, Musikschule, Museen, Theater und VHS bilden das kulturelle Rückgrat dieser Stadt, das es trotz knapper Mittel zu stärken gilt. 

Herausragende Rollen spielen die Stadtteil- und soziokulturellen Einrichtungen in Bergisch Gladbach. Diese stehen für ein inklusives, lebendiges und kreatives Leben in unserer Stadt mit ihrer offenen Jugendarbeit, mit Literaturfestivals, Konzerten, Ausstellungen oder Kinder- und Jugendbuchwochen. 

Wir wollen, dass Projekte gegen Mobbing und Rassismus verstärkt ausgebaut werden und ein Schwerpunkt bei der Demokratieförderung gesetzt wird. In einem der historischen Industriebauten auf dem Zanders Gelände soll ein für alle Bürger*innen offenes kommunales Initiativenhaus entstehen, dass z.B. Ateliers, Probenräume für Musik- und Theatergruppen, Cafés und Besprechungsräume für Bürgerinitiativen beherbergt. Idealerweise in freier Trägerschaft entstünde so ein Ort für die aktuell vernachlässigte freie Kulturszene und die aktive Zivilgesellschaft. 

Durch Kooperationen zwischen Schulen und Trägern der kulturellen Bildung wollen wir z.B. den Kulturrucksack weiter unterstützen. Auch setzen wir uns für eine bessere Vergütung der Honorarkräfte und mehr feste Stellen an unserer Musikschule ein. Außerdem braucht sie ein angemessenes Gebäude, dass nach dem Umzug der Stadtbücherei an deren alten Standort entstehen könnte und sich dort in unsere Kulturmeile integriert. 

Das gute Konzept der neuen Stadtbibliothek als Teil des neuen Stadthauses begrüßen wir sehr und wollen es als Ort des Verweilens und des Austauschs kontinuierlich weiterentwickeln. 

Einmischung erwünscht –transparent und aufrichtig!

Gute Bürgerbeteiligung auf Augenhöhe macht die Stadt besser. Dies braucht systematische, transparentere und somit bessere Methoden. Eine Kombination von analogen und digitalen Formaten ist für uns der Weg dahin.

Wir setzen uns für die Einrichtung eines Jugendparlaments ein und kombinieren dies mit der Erprobung digitaler Instrumente. 

Die bisherigen Maßnahmen unserer Stadt, den Klimaveränderungen zu begegnen, beurteilen nicht nur wir, sondern auch viele Bürger*innen als völlig unzureichend. Ein beim Bürgermeister angesiedelter Klimabeirat sorgt für den engen Kontakt zwischen Politik und Zivilgesellschaft und erlaubt so wirkungsvolleres Nachsteuern bei der Umsetzung eines neuen Klimaschutzkonzepts. 

Viele Bürger*innen haben bei den gesetzlich vorgeschriebenen Beteiligungsmöglichkeiten, wie etwa bei Stellungnahmen zu B-Plänen, zum Integrierten Handlungskonzept Bensberg/ Schlossstraße oder zur Aufstellung des Flächennutzungsplans (FNP) frustrierende Erfahrungen gemacht. Die Wünsche, Ideen und Anregungen, die in den von der Verwaltung initiierten „Work-shops“ erarbeitet wurden, mündeten in für die Bürger*innen undurchschaubaren Beschlüssen. Fast allen 3000 Eingaben und Änderungsvorschlägen zum FNP wurde widersprochen. 

Wir fordern wertschätzende Bürgerbeteiligung für alle Projekte, die aufgrund ihrer Größe und Komplexität auf die gesamte Stadtgesellschaft Einfluss haben und möchten dazu das Instrument des „Bürgergutachtens“ zentral verankern. 

Dem Fachausschuss „Ausschuss für Anregungen und Beschwerden“ (AAB) wollen wir die Entscheidungsbefugnis übertragen, professionelle Beteiligungsverfahren anzuordnen. Von einem externen Dienstleister wird daraufhin ein Beteiligungsprozess entwickelt, der in einem “Bürgergutachten” mündet. Dieses stellt eine sehr robuste Empfehlung der Bürgerschaft für den Rat dar, ohne dessen Entscheidungsbefugnis einzuschränken. 

Zu kleineren, aber dennoch kontroversen Projekten, sollen städtische Dialogveranstaltungen vor den Fachausschüssen stattfinden. Auch hier soll die Einladungsmethodik des Bürgergutachtens Anwendung finden, dass eine Repräsentation aller gesellschaftlichen Gruppen sicherstellt. 

Eine Gesellschaft im Umbruch braucht dauerhaften Dialog, parteiübergreifend und auch unabhängig von aktuellen Projekten. Hierfür, wie zur professionellen Steuerung der oben genannten Formate, richten wir eine „Koordinationsstelle Bürgerdialog“ ein, die regelmäßig Themenforen in den Stadtteilen kooperativ organisiert. 

Sport verbindet

Die 70 Sportvereine mit ihren 24.000 Mitgliedern leisten weit mehr, als rein körperliche Aktivität zu ermöglichen. Sie sind Orte der Teilhabe, der Inklusion, der alltäglichen Rassismusbekämpfung und Demokratie. Den „Pakt für den Sport in Bergisch Gladbach“ wollen wir 2023 dahingehend erneuern und weiterentwickeln. 

Neben attraktiven Bedingungen für Breiten-, Leistungs- und Spitzensport gilt es, diese auch für alle Generationen und sozialen Schichten sicherzustellen. Gezielte finanzielle Unterstützungen und funktionsgerechte, zukunftsfähige Sportstätten sind hierfür zentral. Die Gewährleistung einer ausreichenden Schwimmförderung für Kinder ist eine drängende Aufgabe für die nächste Legislaturperiode. Auch die Ganztagsbetreuung in den Schulen verändert seit mehreren Jahren den Alltag von Kindern und Jugendlichen. Eine Verzahnung von Schule, Sport und Freizeiteinrichtungen soll durch die Stadt unterstützt werden. 


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