Aus der Fraktion |
SPD und Bündnis 90/Die Grünen im Rat der Stadt Bergisch Gladbach |
ÖPNV während S11- und KVB-Ausfällen stärken – Pendlerströme gezielt analysieren und Angebot flexibel anpassen
Die Fraktionen von SPD und Bündnis 90/Die Grünen im Rat der Stadt Bergisch Gladbach setzen sich mit einem gemeinsamen Antrag für einen leistungsfähigen und bedarfsgerechten öffentlichen Nahverkehr zwischen Bergisch Gladbach und Köln ein – insbesondere während der Ausfallzeiten der S11 sowie der Linie 1 der KVB.
Ziel des Antrags ist es, die Mobilität für tausende Pendlerinnen und Pendler auch in Zeiten von Sperrungen zuverlässig sicherzustellen und gleichzeitig die Grundlage für eine bessere Steuerung künftiger Maßnahmen zu schaffen.
„Die Verbindung zwischen Bergisch Gladbach und Köln ist eine der wichtigsten Pendlerachsen in der Region. Wenn S11 oder Linie 1 ausfallen, braucht es mehr als nur Standardlösungen. Wir wollen genau hinschauen, wie sich Pendlerströme verändern, und darauf aufbauend gezielt nachsteuern“, erklären die Fraktionsvorsitzenden Klaus W. Waldschmidt (SPD) und Theresia Meinhardt (Bündnis 90/Die Grünen).
Konkret fordert der Antrag den Rheinisch-Bergischen Kreis und die Stadt Köln auf, gemeinsam für ein bedarfsgerechtes ÖPNV-Angebot zu sorgen. Gleichzeitig soll die Verwaltung zusammen mit dem Kreis systematisch untersuchen, wie sich Pendlerströme während der Sperrzeiten verlagern. Auf dieser Basis sollen bei erkennbaren Engpässen konkrete Maßnahmen entwickelt werden – etwa zusätzliche Busfahrten in Stoßzeiten, eine Ausweitung des Angebots beim SB40 oder die Einrichtung direkter Schnellbusverbindungen zum Kölner Hauptbahnhof.
Ein zentraler Bestandteil des Antrags ist die Bereitstellung von 200.000 Euro im Haushalt 2026, versehen mit einem Sperrvermerk. Diese Mittel sollen gezielt dann eingesetzt werden, wenn die Analyse zeigt, wo konkrete zusätzliche Bedarfe entstehen. So wird sichergestellt, dass finanzielle Ressourcen effizient und passgenau verwendet werden.
„Uns ist wichtig, nicht ins Blaue hinein Maßnahmen zu beschließen, sondern auf Grundlage echter Daten zu handeln. So können wir flexibel reagieren und das Angebot dort verstärken, wo es wirklich gebraucht wird“, so Waldschmidt und Meinhardt weiter.
Die Gegenfinanzierung soll durch eine maßvolle Anpassung der Parkgebühren erfolgen. Damit verbinden SPD und Grüne eine klare verkehrspolitische Zielsetzung: den öffentlichen Nahverkehr zu stärken und gleichzeitig Anreize für den Umstieg vom Auto zu schaffen.
Hintergrund des Antrags sind die erheblichen Einschränkungen durch die Ausfälle der S11 und der KVB-Linie 1. Ohne zusätzliche Maßnahmen drohen Überlastungen im
bestehenden Netz, längere Fahrzeiten sowie ein verstärkter Umstieg auf den Individualverkehr – mit entsprechenden Folgen für Verkehr und Umwelt.
Mit ihrem Antrag kombinieren SPD und Grüne kurzfristige Verbesserungen mit einem langfristig angelegten, datengestützten Ansatz, um den ÖPNV in der Region resilienter und leistungsfähiger zu machen.