Klimawandel und seine dramatischen Folgen, wie kann man ihn stoppen? – Benedikt berichtet

Vor ein paar Wochen erreichte uns die Anfrage des 10-jährigen Benedikts, der ein Schulprojekt über den Klimawandel macht und uns dazu ein paar Fragen stellen wollte. Heraus gekommen ist ein beeindruckender Bericht, in dem Benedikt sehr anschaulich und detailliert erklärt, woher der Klimawandel kommt und welche Auswirkungen er hat.

Wir freuen uns sehr darüber, dass wir Benedikts Bericht hier veröffentlichen dürfen und das Benedikt mittlerweile Mitglied geworden ist! Noch mehr freuen wir uns aber darüber, dass es so viele junge Menschen gibt, die sich so gründlich mit der Klimakrise beschäftigen und sich aktiv dafür einsetzen, sie zu stoppen. Danke!

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Was ist Klimawandel überhaupt?

Der Kern des Klimawandels bedeutet die langfristige Erwärmung oder Abkühlung der Erde. Man darf dies nicht mit dem Wetter verwechseln. Der Klimawandel zeigt sich z.B. hier in Deutschland in dem die Sommer immer heißer werden, es auch in Deutschland zu Hitzetoten kommt. Felder verdürren, da es zu heiß ist und kein Regen kommt. Das Grundwasser sinkt immer mehr und wird selbst im Winder nicht mehr richtig aufgefüllt. Anderswo z.B. in Spanien im Winter 2020/2021 passiert eine Kältewelle mit Tiefsttemperaturen, wie sie seit drei Jahrzehnten nicht mehr gewesen sind. Solche Wetterextreme stellen den Klimawandel dar.

Das die Temperatur in manchen Ländern so ansteigt liegt daran, dass durch Co2 die Sonnenstrahlen ungehindert auf die Erde auftreffen, was früher durch eine sogenannte Atmosphäre verhindert wurde. Dies nennt man den Treibhauseffekt.

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Warum stellt der Klimawandel ein Problem dar? 

Durch den Klimawandel entstehen extreme Dürrezeiten und Waldbrände, die Polkappen (die Arktis / Antarktis) schmelzen durch die globale Erwärmung, dadurch steigt der Meeresspiegel. Wissenschaftler gehen von einer Erhöhung des Meeresspiegels um 2 Meter bis 2050 aus. Wenn der Meeresspiegel so ansteigt kommt es bei Inseln, Meeresdörfern und allen am Meer existierenden Ländern zu Überschwemmungen. Ganze Existenzen werden bedroht. Durch das Schmelzen der Polkappen verlieren viele Tiere ihren Lebensraum und drohen auszusterben.

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Durch die Dürren, die wir seit einigen Jahren nunmehr auch vermehrt in Europa haben, ist die Landwirtschaft gefährdet. Getreide wächst nicht, Obst und Gemüse wächst ebenfalls nicht mehr so gut und es kann zu Lebensmittelengpässen kommen und die Preise für Lebensmittel steigen. Die Bauern fürchten um ihre Existenz.

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Folgen des Klimawandels – Bild von bundestag.de

Meinung der Politik und Länder zu diesem Thema!

Politiker, wie der ehemalige Präsident der USA, Donald Trump, ebenso wie der Staatspräsident aus Brasilien, Bolsonaro, streiten den Klimawandel ab. Sogar in Deutschland gibt es Parteien, die den Klimawandel leugnen. Der ehemalige Präsident Donald Trump ist sogar aus dem Pariser Klimaabkommen (Das Übereinkommen von Paris (französisch Accord de Paris, englisch Paris Agreement) ist eine Vereinbarung von 195 Vertragsparteien der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC) mit dem Ziel des Klimaschutzes in Nachfolge des Kyoto-Protokolls (Zitat aus Wikipedia) aus- gestiegen und Bolsonaro lässt des Regenwald trotz Klimawandel weiter abholzen. Wird Regenwald abgeholzt, steigen große Mengen Kohlendioxid in die Atmosphäre auf, die vorher in den Wäldern gebunden waren. Die Schicht aus Kohlendioxid in der Atmosphäre wirkt wie das Glasdach eines Treibhauses. Deshalb nennt man CO2 auch Treibhausgas, weil es zur globalen Erwärmung beiträgt.

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Wie kann man vielleicht den Klimawandel stoppen? Hierzu habe ich micht mit der Partei Bündnis 90/Die Grünen aus Bergisch Gladbach in Verbindung gesetzt und ein paar Fragen dazu gestellt. Frau Anna Steinmetzer war so freundlich, mir hierauf zu antworten. Anbei mein kleines Interview:

1. Frage:

Die Folgen des Klimawandels sind groß, was glauben die Grünen, was die Politik tun könnte/sollte um ihn zu stoppen?

Lieber Benedikt, das ist eine sehr kluge aber gleichzeitig auch sehr schwierige Frage. Ich gehe davon aus, dass du dich schon intensiv mit dem Thema beschäftigt hast und das vielleicht auch schon festgestellt hast.

Ein Hauptgrund des Klimawandels ist der Anstieg von Treibhausgasen. Einen großen Beitrag dazu liefert das CO2 oder auch Kohlendioxid. Dieses entsteht in großen Mengen bei der Herstellung von ganz vielen bzw. fast allen Dingen. Auch Autos, LKWs, Flugzeuge und Schiffe stoßen CO2 aus. Brennen die Wälder in Kalifornien, Brasilien, Australien oder an anderen Stellen in der Welt, ist das gleich doppelt schlimm. Zum einen entstehen bei den Bränden große Mengen an CO2, zum anderen werde die Bäume zerstört, die in der Lage sind, CO2 aus der Atmosphäre zu filtern, zu binden und in Sauerstoff umzuwandeln.

Wenn wir also den Klimawandel stoppen bzw. verlangsamen wollen, so müssen wir die Prozesse verringern und ändern, bei denen CO2 entsteht. Schauen wir auf den Autoverkehr, so gibt es immer mehr Elektroautos. Das heißt, die Autos können mit Strom fahren und stoßen kein CO2 mehr aus. Man darf aber nicht vergessen, dass auch bei der Herstellung eines Elektroautos sehr viel CO2 produziert wird. Also muss auch die Herstellung der Autos weiter verbessert werden. Und je länger wir mit den Autos fahren, desto besser, denn desto weniger neue Autos müssen gebaut werden.

Generell gibt es viele Dinge, die die Politik tun muss, um den Klimawandel zu stoppen bzw. zu verlangsamen. Es ist wichtig, dass wir uns das bewusst machen. Es müssen gesetzliche Rahmenbedingungen geschaffen werden, die den Unternehmen helfen, klimaneutral zu werden. In vielen Ländern wird es in der Zukunft verboten sein, neue normale Autos mit Verbrennungsmotoren (Benzin und Diesel) zu verkaufen. Wenn ein Unternehmen seine Herstellunsprozesse verbessern will im Hinblick auf Klimaneutralität, dann sollte es Subventionen, das heißt finanzielle Unterstützung, dafür geben.

2. Frage:

Kann auch der einzelne Bürger helfen, den Klimawandel zu stoppen?

Einen Beitrag kann jeder Einzelne leisten. Sicher hast du dazu auch schon einige Ideen gehabt. Plastik sparen oder vermeiden ist eine einfache Sache. Schließlich wird CO2 produziert bei der Herstellung einer Plastiktüte. Und hinterher wird entweder die Plastiktüte verbrannt (nicht jede Plastiktüte wird recycelt) oder landet – noch schlimmer – im Meer.

Ein großer CO2 Treiber ist die Produktion von Lebensmitteln, insbesondere die Fleischproduktion. Eine bewusste Ernährung, in der man darauf achtet, dass man wenig Biofleisch oder gar kein Fleisch isst, hilft dem Klima sehr.

Strecken bewältigt man, wenn möglich, lieber mit Bus und Bahn oder dem Fahrrad als mit dem Auto.

Es gibt sicherlich noch viel mehr (kleine) Dinge, die jeder einzelne tun kann.

Eine gute Möglichkeit, Sichtbarkeit zu erzeugen sind auch sicherlich die Fridays for Future Demonstrationen, die hoffentlich auch bald wieder stattfinden können.

3. Frage:

Was kann jeder Einzelne machen und wie kann man als Einzelner andere mit bewegen aktiv zu werden?

Ein erster Schritt ist auf jeden Fall, sich mit der Problematik auseinander zu setzen. Ich finde richtig Klasse, wenn sich auch schon Kinder damit beschäftigen und sich Gedanken dazu machen. Da entstehen ja ganz oft ganz tolle und kreative Ideen.

Mein Sohn ist 7 Jahre alt und geht aktuell in die 2. Klasse. Er ist ein ganz großer Klima- und Umweltschützer und hat klasse Ideen. Auf eigene Initiative hin hat er seine eigene kleine Arbeitsgruppe in der Schule mit seinen Freunden gegründet. Im Kinderparlament seiner Schule haben seine Ideen großen Anklag gefunden, so dass er sich mit einer Lehrerin und anderen Schülern zusammen setzt, so dass alle Interessierten Ideen zum Umwelt- und Klimaschutz sammeln können.

Also am besten mal im Freundeskreis nach Gleichgesinnten suchen, es gibt sicher viele Menschen, denen es so geht wie dir.

Ein ganz tolles Beispiel ist ja Greta Thunberg, die sich anfangs ganz allein vor den schwedischen Reichtag gesetzt hat und für das Klima gestreikt hat. Immer mehr Kinder und Jugendliche haben sich mit der zeit ihr angeschlossen und heute ist die Fridays for Future eine weltweite Bewegung, die Demonstrationen mit mehreren 100.000 Tausenden Teilnehmern organisieren.

4. Frage:

Glauben Sie, dass der Klimawandel noch zu stoppen ist, wenn wir aktiv werden?

Ich hoffe sehr, dass wir noch die Möglichkeiten haben, den Klimawandel zumindest zu verlangsamen. Je mehr Menschen auf der ganzen Welt mitmachen, desto größer sind unsere Chancen.

Und es ist ja so, dass das Thema Klima- und Umweltschutz auch in den Köpfen der entsprechenden Entscheidungsträgern angekommen zu sein scheint.

Ganz herzlichen Dank für die tolle Unterstützung für meinen Vortrag durch die Partei Bündnis 90/Die Grünen sowie insbesondere an Frau Anne Steinmetzer.

Schlussfolgerung:

Der Klimawandel ist nur schwer aufzuhalten, aber es gibt immer eine Chance. Wir müssen sie nur ergreifen und alle was gegen den Klimawandel tun. Wir sind nicht die Politik, aber schon Kleinigkeiten können helfen. Hierzu möchte ich euch außerdem noch auf den Appell der Grünen an die Bundesregierung verweisen. In dem Appell geht es darum, endlich konsequent etwas für den Klimaschutz zu tun. Wer Interesse hat, kann gerne auf dem Link nachschauen.

https://www.gruene.de/aktionen/echter-klimaschutz-jetzt

Die Folgen des Klimawandels bekommen wir alle zu spüren. Also packt mit an und tut etwas dagegen.

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