Veranstaltung zum internationalen Frauentag: Psychische Krankheiten bei Frauen

Wann? Dienstag, den 12.03.2024 um 18.30 Uhr

Wo? VHS Bergisch Gladbach
Buchmühlenstr. 12
51465 Bergisch Gladbach

In Kooperation mit “Die Kette”, die in diesem Jahr ihr 40-jähriges Bestehen feiert, beschäftigt sich das Frauennetzwerk FINTE im Rahmen einer Podiumsdiskussion mit psychischen Krankheiten bei Mädchen und Frauen.

Beiträge von Betroffenen und Expertinnen liefern Impulse für eine Diskussion über Selbstwahrnehmung, Fremdwahrnehmung, den Umgang damit in der Gesellschaft und konstruktive Lösungsansätze.

Beschreibung von https://www.finte-gl.de/aktivitaeten/ :

In den 1970-er Jahren entwickelte sich in Triest die revolutionäre Idee von der offenen Psychiatrie „Freiheit statt Zwang“. Franco Basaglia übernahm die Leitung der Psychiatrischen Klinik San Giovanni in Triest, mit der offen bekundeten Absicht, sie aufzulösen. In einem jahrelangen Prozess wurde ein psychiatrisches Netzwerk von Anlaufstellen in den Stadtteilen, Wohngemeinschaften und Kooperativen geschaffen. Ärzt*innen, Pfleger*innen und Betreuungspersonen mussten lernen, Betroffene als gleichberechtigte Partner*innen anzuerkennen und die Triester Bevölkerung musste ihre Klischees und Vorurteile gegenüber Menschen mit psychischer Erkrankung bearbeiten. Vor diesem Hintergrund bildet sich der Leitspruch „Da vicino, nessuno e normale“ (aus der Nähe betrachtet, ist niemand normal)

Mit der „Legge 180“ wurde diese Reform 1978, zwei Jahre vor Franco Basaglias frühem Tod, in Italien zum Gesetz erhoben und 2001 von der WHO zur weltweiten Nachahmung empfohlen.

Das Frauennetzwerk FINTE in Bergisch Gladbach wird sich in Kooperation mit „Die Kette“ e.V., die in diesem Jahr ihr 40-jährigesBestehen feiert, mit dem Thema „Aus der Nähe betrachtet ist KEINE normal … Psychische Erkrankungen bei Frauen“ im Rahmen einer Abendveranstaltung beschäftigen.

Vier von Zehn Frauen zwischen 18 -34 Jahren gaben bei einer aktuellen Studie an psychisch erkrankt zu sein. Depressionen, Angsterkrankungen, posttraumatische Belastungsstörungen oder Essstörungen treten signifikant häufiger bei Frauen auf. Die Ursachen hierfür können vielfältig sein, ein Zusammenspiel biologischer und psychosozialer, aber auch hormoneller und anderer somatischer Aspekte. Auch Rollenzuschreibungen und Geschlechterbilder können bei der Wahrnehmung und Diagnostik eine Rolle spielen. Die Disziplin der Gendermedizin ist noch jung. Wie können Behandlung, gemeindepsychiatrische Angebote und Präventionsangebote gestaltet werden, um den Bedürfnissen und Bedarfen von Frauen gerecht zu werden? Wie können wir auf uns achten und Belastungen reduzieren? Wie kann ein gesellschaftlicher Umgang sein?

Mit diesen Fragen werden sich die Vorträge von Expertinnen aus verschiedenen Bereichen Befassen und uns Impulse für den anschließenden Walk und Talk geben. Beim Walk und Talk können die Besucher*innen miteinander und auch mit den Expertinnen an Stehtischen bei Getränken und Snacks ins Gespräch kommen.

Wir freuen uns auf eine rege Teilnahme.